Informationen zum Wald
Die Schutzfunktionen des Waldes
Die Schutzfunktionen des Waldes
Die Biologische Vielfalt
Für ungefähr 4.300 Pflanzen und 6.700 Tiere sind Wälder ein Teil ihres Lebensraumes, der durch die moderne nachhaltige Forstwirtschaft stetig aufgewertet wird.
Das Wasser
Der Boden
Die Luft
Besonders wertvoll ist die klare Luft der Wälder. So befinden sich in einem Liter Waldluft nur wenige tausend Staubteilchen, während in einem Liter Stadtluft fast eine halbe Million Staubteilchen zu finden sind. Die Bindungsleistung eines Hektars Wald liegt dabei zwischen 30 und 68 Tonnen Staub aus der Luft jährlich.
Der Wald ist Opfer und Retter zugleich. Mit seiner einzigartigen wichtigen Leistung - der Minderung der Kohlendioxidkonzentration in der Luft - wirkt der Wald den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegen.
Jeder Baum filtert täglich Kohlendioxid aus der Luft. Den enthaltenen Kohlenstoff verwendet er zum Aufbau seiner Biomasse, die zu großen Teilen aus Holz besteht. Der verwendete Kohlenstoff wird damit langfristig im Baum eingelagert.
Ein Hektar Wald ist in der Lage pro Jahr zehn Tonnen Kohlendioxid aufzunehmen. Durch den gesamten deutschen Wald werden somit jährlich 110 Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden. Dieses entspricht in etwa einem Achtel des Kohlendioxidausstoßes der Bundes-republik Deutschland in einem Jahr.
Um weiterhin stabile und leistungsfähige Wälder zu erhalten, ist jedoch eine nachhaltige und kontinuierliche Waldbewirtschaftung notwendig. Weil in Deutschland der jährliche Zuwachs des Waldes nicht vollständig genutzt wird, steigen die Holzvorräte je Hektar an. In den vergangenen Jahren lag die Senkenleistung des Waldes bei rund 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich.
Jeder Kubikmeter mehr Holz pro Hektar beinhaltet eine erhöhte Kohlendioxidaufnahme und steigert die Senkenleistung des Waldes. Positive Auswirkungen auf den Kohlenstoffkreislauf haben auch die Holzprodukte, da das Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff über die Lebensdauer des Baumes hinaus im Holz gespeichert bleibt und Produkte substituiert werden können deren Herstellung wesentlich mehr Kohlendioxid verursachen. Bei energetischer Nutzung wird das Kohlendioxid fast klimaneutral freigesetzt. Der Substitutionseffekt durch den Einsatz von Holz zum Heizen wird auf jährlich 23 Millionen Tonnen Kohlendioxid geschätzt. Mit diesen weiteren Austausch- und Einspareffekten bietet die energetische und stoffliche Verwendung von Holz eine optimale effektive Senkenleistung.
Abbildung 22: CO2 Bindung und Abgabe im Kreislauf Wald und Holznutzung
Zudem garantiert die regelmäßige nachhaltige Nutzung der Wälder einen hohen Zuwachs und damit deren Leistungsfähigkeit. Ohne eine Bewirtschaftung der Wälder und Nutzung des Holzes würde sich nach einiger Zeit eine Art Gleichgewichtszustand aus Kohlendioxidaufnahme durch die Bäume und Kohlendioxidabgabe durch die Verrottung abgestorbener Individuen einstellen.
Bedenkt man, wie lange so manches Holzhaus oder Möbelstück in Verwendung bleibt, bedeutet dies eine Speicherung des Kohlendioxides über Jahrzehnte bis Jahrhunderte. Zum Aufbau eines Kubikmeters Holzes benötigt beispielsweise eine Fichte etwa 0,7 Tonnen Kohlendioxid. Bei anderen Baumarten können diese Werte sogar noch höher sein. Nach der Verarbeitung und Trocknung entspricht der in einer Tonne Holz gebundene Kohlenstoff 1,8 Tonnen emittiertem Kohlendioxid. Allein durch die jährliche Produktion von Schnittholz werden damit in Deutschland knapp 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid langfristig gespeichert.
Holz ist vielfältig. Allein in Deutschland kommen über 90 verschiedene Baumarten vor. Das Holz jeder Baumart wird dabei grundsätzlich nach dem gleichen Bauplan aufgebaut. Winzige Unterschiede zwischen den Arten bewirken jedoch verschiedene physikalische und optische Eigenschaften. Diese Unterschiede machen es möglich, Holz in vielfältigster Form zu verwenden.
Der Einsatz von Holz als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom ist nahezu klimaneutral. Das durch die Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid wird vom verbleibenden Waldbestand zur Produktion neuen Holzes wieder aufgenommen. Es besteht somit ein klimaneutraler Kreislauf. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber der Verwendung fossiler Brennstoffe wie Kohle oder Öl, bei deren Verbrennung das freigesetzte Kohlendioxid nicht wieder umgehend in Kohle oder Öl umgewandelt werden kann. Ein Raumeter Holz kann je nach Holzsorte die Energie von 207 bis 257 Litern Heizöl ersetzen.
Für die Verbrennung kann Holz in unterschiedlichen Formen genutzt werden. Der Verbraucher hat die Wahl zwischen Scheitholz, Pellets, Hackschnitzeln und noch einigen weiteren Varianten.
Moderne Verbrennungskessel erreichen heute schon Wirkungsgrade von über 90 Prozent und tragen damit zu einer effektiven Nutzung der gespeicherten Energie bei.
Bei all diesen positiven Auswirkungen der Waldwirtschaft und der Nutzung von Holz, ist der Wald auch einer der Hauptbetroffenen durch den Klimawandel.
Tendenziell steigende Temperaturen, trockenere Sommer und die Zunahme von Wetterextremen und -ereignissen werden langfristig die Standortbedingungen verändern. Die langen Umtriebszeiten erfordern schon heute ein Handeln für die Wälder von morgen.
Mit einem Waldumbau hin zu stabilen und mehrschichtigen Mischwäldern bereiten die Waldbesitzer ihren Wald auf die kommenden Veränderungen vor. Die Begrenzung der Baumartenwahl auf „standortheimische“, wie oft von der Umweltseite gefordert, ist dabei kontraproduktiv. Für die sich abzeichnenden Standortverhältnisse gilt es standortgerechte Baumarten zu wählen, um die Leistungsvielfalt der Wälder auch in Jahrzehnten noch garantieren zu können.
Mit der Einrichtung eines Wald-Klima-Fonds aus den Erlösen des Emissionszertifikatehandels und den Erlösen aus der Anrechnung der Wälder als Kohlenstoffsenke nach Kyoto-Protokoll könnte dem Waldbesitzer mit seinem Wald effektiv geholfen und die Leistungen der Wälder bei der Reduzierung der Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre gerecht honoriert werden.
Die Kohlenstoff- Kohlendioxidmenge im Holz lässt sich wie folgt berechnen:
1. Festmeter (m³) x Holzdichte (t/m³) = Holzmasse (t)
2. Holzmasse (t) x Kohlenstoffgehalt 0,5 (t/t) = Kohlenstoffmenge (t)
Der Kohlenstoffgehalt im Holz beträgt ca. 0,5 t pro t Holzmasse
Holzdichte (grobe Richtwerte):
Nadelholz: 0,4
Laubholz: 0,55
Umrechnung von Kohlenstoff zu Kohlendioxid:
Kohlenstoffmenge (t) x Faktor (CO2/C = 3,67) = Kohlendioxidmenge (t)








